Träger / Ansprechpartner
Kreis Stormarn
Mommensenstr. 14
23843 Bad Oldesloe
Jens-Heinrich Weich
Tel.-Nr.: 04531 - 160270
E-Mail: j.weich@kreis-Stormarn.de
Beschreibung
Die Güter Jersbek und Stegen sind 1588 aus einer Erbteilung des im 16. Jahrhundert ca. 12.000 ha großen Gutes Borstel entstanden. Sie gerieten 1705 durch Heirat und Erbschaft an Benedikt von Ahlefeldt, dem jedoch das alte Gut mit seinen einfachen Gartenanlagen zu bescheiden war. Er ließ von 1726 bis 1740 einen zeitgemäßen Garten anlegen, der damals zu den größten und schönsten Barockparks in Schleswig-Holstein zählte. Der Garten wurde in einem schrägen Winkel zur Insel mit dem Herrenhaus angelegt. Vor dem Torhaus entstand ein gepflasterter runder Platz, der durch ein schmiedeeisernes Tor den Eingang zu dem neuen Park bildete. Direkt hinter dem Tor wurde ein kleines Lustschlösschen errichtet, von dem die Sichtachse wegführte und um das die symmetrischen Parkbereiche gegliedert wurden. Der Park wurde bestimmt durch eine große Fläche in der Mitte, welche die Broderieparterres und verschiedene Wasserbassins aufnahm; diesem folgte ein durch Boskette gegliederter Bereich. Die gesamte Anlage wurde umrahmt von doppel- und vierreihigen Lindenalleen, die am Ende des Parks geradeaus in den Horizont und den Waldbereich führten. Der Barockpark ist heute in Rudimenten noch erhalten, auch wenn die prächtigen Dekorationen eines solchen Gartens nicht mehr vorhanden sind. Man erkennt noch immer die früheren Sichtachsen, die Flächen, die einst zum Lustwandeln anregten und die Aufteilung in Parterre- und Boskettbereich und den anschließenden Wald. Ein Rondell aus kleinen Linden, das damals angelegt wurde, ist mittlerweile zu einem Kreis aus großen Bäumen herangewachsen und ein noch immer vorhandener Heckengang erinnert an die vormalige Gestalt des Gartens. Auf den großen Wiesenflächen blühen im Frühjahr tausende Primeln und Anemonen.
Der Jersbeker Park gehört zu den wenigen erhaltenen Gutsgärten Schleswig-Holsteins aus der Barockzeit. Er ist ein Natur- und Kunstdenkmal ersten Ranges in der Region. Der großzügige, seit 1986 unter Denkmalschutz stehende Park ist zugänglich und wird sogar im Rahmen von Führungen dem interessierten Besucher erklärt. Jedoch sind an rd. 570 Linden der Alleen und zweier Baumgruppen Entlastungsschnitte und Sanierungen dringend erforderlich, weil in immer kürzeren Zeitabständen immer mehr alte Linden vom Brandkrustenpilz befallen werden. Um jeweils die richtigen Maßnahmen an den Bäumen durchführen zu können, wurde vorab ein von den Denkmalschutzbehörden anerkannter Baumsachverständiger zur Begutachtung der Bäume beauftragt. Voraussichtlich wird an jedem Baum eine Kronenentlastung durchgeführt werden müssen, da viele Einzelpartien innerhalb der Kronen heute als nicht mehr verkehrssicher einzustufen sind. In den vergangenen Jahren mussten bereits aus verschiedenen Gründen (Verkehrssicherheit, starker Befall mit Brandkrustenpilz u.a.) im Rahmen der Unterhaltung mehrere alte Linden gefällt werden. Diese wurden durch neue Bäume ersetzt. Diese neu gepflanzten Bäume sowie in den 1980er und 1990er Jahren gepflanzten Bäume benötigen zu ihrer weiteren Entwicklung ausreichend Licht und Platz. Deshalb sind an mehreren älteren Bäumen Auslichtungsschnitte erforderlich.
Umsetzung: Projekt ist in der Umsetzungsphase.
Arbeitskreis
Freizeit, Naherholung und Tourismus